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Weltwassertag 2017

Das Ziel des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltwassertags ist es, auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Menschheit aufmerksam zu machen. Der Weltwassertag am 22. März widmet sich heuer dem Thema Abwasser. Auch in den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen spielt das Thema Abwasser eine sehr wichtige Rolle. So ist etwa bis 2030 vorgesehen, dass durch eine Verringerung der Verschmutzung, aber auch Minimierung der Verwendung von gefährlichen Chemikalien und anderen Substanzen die Wasserqualität verbessert - und die Halbierung der Menge an unbehandelten Abwassers weltweit erreicht werden soll.

Was ist Abwasser?

Beim Händewaschen, Fensterputzen, Waschen der Wäsche und des Autos, Duschen, Baden, Betätigen der Toilettenspülung  – bei all diesen Vorgängen entsteht Abwasser. Durch den Gebrauch verändert der Mensch das Wasser. Wasser, das zur Kühlung verwendet wird, erwärmt sich. Dadurch ändern sich die physikalischen Eigenschaften. Die Zusammensetzung des Wassers wird durch die Beigabe chemischer Stoffe wie z.B. Waschmittel oder von Stoffen aus der Industrie, die zu Produktionszwecken eingesetzt werden, verändert und verunreinigt. Kurzum, Abwasser ist Wasser, das durch den Gebrauch in seinen Eigenschaften verändert wird und somit auch die Umwelt, aber auch das Trinkwasser gefährden kann.

Kurze Geschichte der Abwasserreinigung

Seuchen und Krankheiten waren in vielen Städten seit dem Mittelalter ein großes hygienisches Problem. Eine Ursache dafür waren vielfach menschliche Fäkalien, die letztendlich auch das Trinkwasser verschmutzten. Die verstärkte Industrialisierung und Konzentration der Bevölkerung in den Städten im 18. und 19. Jahrhundert führte zu einer weiteren Verschlimmerung der ohnehin schon bedenklichen hygienischen Zustände. Cholera-Epidemien und andere Krankheiten waren die Folge. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden aus diesem Grund in den Städten Entwässerungssysteme - Abwasserkanäle gebaut, die das Abwasser in die Flüsse ableiteten. Somit war das Problem in den Städten fürs erste gelöst, aber die Selbstreinigungskraft der Flüsse reichte nicht aus um die unbehandelten Abwassermengen zu bewältigen. Die Gewässer „kippten“ und was noch viel Schlimmer war, dass aufgrund der sehr hohen Keimbelastung für Ortschaften Flussabwärts das Wasser nicht mehr als Trinkwasser nutzbar war. Um dieses Problem zu lösen wurden in Österreich Ende des 19. Jahrhunderts sogenannte Verrieselungsfelder errichtet, die Vorstufe einer modernen Kläranlage. Die fortschreitende Industrialisierung machte es aber notwendig, auch die Abwasserreinigung fortlaufend zu verbessern und zu erweitern.

Wie passiert die Abwasserreinigung in Österreich?

In Österreich erfolgt die Abwasserreinigung entsprechend dem Stand der Technik in mehreren Schritten. Zuerst wird das Abwasser in Kanälen gesammelt und anschließend zur Kläranlage weitergeleitet. Damit das anfallende Abwasser sicher gesammelt und zur  Kläranlage transportiert werden kann, braucht es eine komplexe und aufwändige  Infrastruktur.  So braucht man Hausanschlüsse, Schächte, Pumpstationen, Misch- und Regenwasserentlastungsanlagen. In der Kläranlage erfolgt die Reinigung des Abwassers, bevor es in der Regel gereinigt in ein Gewässer eingeleitet wird. Dabei wird das Abwasser Großteils biologisch gereinigt.  Die wichtigsten Belebungsverfahren zur Abwasserreinigung setzen sich aus einem Belebungsbecken, einem Nachklärbecken und einer Schlammstabilisierung zusammen.

Fakten und Daten zum Thema Abwasser

Der Anschlussgrad an die österreichischen Kläranlagen liegt bei ca. 95%. Ein 100% Anschlussgrad an die öffentlichen Entsorgungsnetze ist aufgrund der Topographie und der damit verbundenen Bevölkerung in Österreich nicht sinnvoll. Deswegen werden die restlichen 5% der anfallenden Abwässer über private Einzelanlagen oder Senkgruben entsorgt. Die gesamte zufließende Abwasserfracht wird in den Kläranlagen biologisch gereinigt. Darüber hinaus werden über 98% der Abwasserfracht einer weitergehenden Behandlung mit Nährstoffentfernung unterzogen. Konkret ergibt sich österreichweit - bezogen auf den Zulauf - ein Entfernungsgrad von ca. 82% für Stickstoff und ca. 90% für Phosphor. Damit wird ein entscheidender Beitrag für die Reinhaltung unserer Gewässer geleistet, und Österreich kann in der Abwasserreinigung mit Recht als Umweltmusterland bezeichnet werden.

Seit dem Jahr 1959 wurden österreichweit - mithilfe des BMLFUW unglaubliche 46 Milliarden Euro in die Errichtung und den Ausbau der Abwasserentsorgung investiert. Zwei Drittel, also ca. 30 Milliarden Euro sind dabei in den Netzausbau geflossen. Damit wurden ca. 92.000 km Kanal errichtet. Das ist mehr als doppelt so lange wie der gesamte Erdumfang am Äquator. Weitere 2,75 Millionen Schächte dienen als Einstieg und Reinigungsmöglichkeit für den Abwasserkanal. Mehr als 18.000 Pumpstationen sorgen für den sicheren Weitertransport. Die Anzahl der Kläranlagen liegt in Österreich bei gegenwärtig ca. 16.000 Anlagen. Davon hat ein Großteil (14.000 Anlagen) eine Ausbaukapazität von ≤ 50 Einwohnergleichwerten.

Zukünftige Herausforderungen

Diese in den letzten Jahrzehnten errichtete Infrastruktur gilt es langfristig und auf diesem hohen Niveau auch für zukünftige Generationen zu sichern. Die Systeme müssen gepflegt und erhalten werden. Die Wichtigkeit solcher funktionierenden Abwassersysteme für die Gemeinden, Städte, aber auch Regionen ist Thema der Initiative VOR SORGEN. Das BMLUW, die österreichischen Bundesländer, der Städte- und Gemeindebund, der Österreichische Wasser und Abfallwirtschaftsverband, die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach unterstützen diese wichtige Initiative.

Zwei Drittel der Bevölkerung Österreichs lebt in diesen ländlichen Regionen – über 50 Prozent der Bevölkerung sogar in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern. Die Abwanderung aus dem ländlichen Raum ist längst bekannt. Das BMLFUW setzt deswegen starke Impulse in den Bereichen Lebensraum-Sicherheit, Wasser, Forst, Klima und Umwelt. Für einen lebendigen ländlichen Raum müssen alle an einem Strang ziehen: Bund, Länder, Gemeinden und vor allem die Bürgerinnen und Bürger. Damit die Infrastruktur (Abwasser und Trinkwasser) im ländlichen Raum weiter ausgebaut, bzw. durch Sanierung und Werterhaltungsmaßnahmen auf diesem hohen Niveau gehalten wird, unterstützt das BMLFUW die Gemeinden bis zum Jahr 2021 mit jährlich 80 Millionen Euro.

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