www.wasseraktiv.at ist eine österreichische Internet Plattform, die täglich aktuelle Informationen und Veranstaltungstipps zum österreichischen Wassersektor sowie zu relevanten internationalen Veranstaltungen bietet.
Die in der EU-Wasserrahmenrichtline (Artikel 14) geforderte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern war Anlass für den Start dieser Internetplattform im Jahr 2009. So sollte eine österreichweite aktive Beteiligung Wirklichkeit werden. Konkret wurde der Entwurf des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans (NGP) zur Diskussion gestellt. Wichtig war es dafür, Informationen gut verständlich aufzubereiten, sodass sich nicht nur FachexperInnen, sondern auch die interessierte Öffentlichkeit beteiligen konnte und kann.
Bis zum Jahresende 2009 gingen gesamt 700 Stellungnahmen auf www.wasseraktiv.at ein und wurden in der Verabschiedung des NGP berücksichtigt.
Die Informationen von www.wasseraktiv.at bieten Gelegenheit, im Sinne von good governance das Bewusstsein über die Ressource Wasser in der österreichischen Bevölkerung zu wecken und damit Grundlagenwissen zu vermitteln, das eine Beteiligung an Entscheidungen ermöglicht.
Die Plattform www.wasseraktiv.at bietet aktuelle Informationen zu Ereignissen rund um die wertvolle Ressource Wasser. Zielgruppen sind dabei ExpertInnen und Nicht-ExpertInnen. Auch Neuigkeiten über Projekte zur Umsetzung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie in Österreich werden auf www.wasseraktiv.at dargestellt.
Informationen zur Beteiligung von BürgerInnen an der Erstellung des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans.
Die hier beschriebenen Themen leiten durch die im Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan dargestellten Maßnahmen. Alle Interessierten konnten hier zwischen April und November 2009 ihre Meinung abgeben. 347 Personen haben diese Möglichkeit hier genutzt. Auf wisa.lebensministerium.at gingen 379 Stellungnahmen ein.
Die Ergebnisse der Befragung wurden in den Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan weitgehend eingearbeitet und sind in den einzelnen Kapiteln zu lesen.
Die Ergebnisse der Befragung:
Antworten in %: 0% = Nein / nicht wichtig, 100% = Ja / sehr wichtig
Sind Sie für einen intensivierten Schutz der Grund- und Oberflächengewässer vor Nährstoffeintrag? 93%
Wie wichtig sind Ihnen der Schutz und die Wiederherstellung naturnaher Gewässer? 97%
Wurden alle erforderlichen Maßnahmen aufgezeigt? 71%
Wurden die richtigen Prioritäten bei der Wahl der Maßnahmen gesetzt? 70%
Wurden die Sanierungsschwerpunkte richtig gesetzt? 69%
Wurden Ihrer Meinung nach alle maßgeblichen Belastungen erfasst? 66%
Die Belastungen:
Viele Flüsse fließen aus Gründen des Hochwasserschutzes in geradlinigen Flussbetten mit wenigen natürlichen Gewässermerkmalen.
Vielfach unterbrechen Querbauwerke (z.B. Wehre oder Staumauern) über die gesamte Breite des Flusses die Durchgängigkeit des Gewässersystems. Fische können ihre Laichgebiete nicht mehr erreichen, Lebensräume werden isoliert. Langfristig können dadurch bestimmte Fischarten verschwinden.
Stauhaltungen verringern die Fließgeschwindigkeit und verändern unter anderem Uferstrukturen, die Wassertemperatur und den Sauerstoffgehalt des Wassers.
Unterhalb von Wehranlagen, wo Wasser ausgeleitet wird, fließt während des Großteils des Jahres zu wenig Restwasser. Lebensräume gehen verloren, die Selbstreinigungskraft der Gewässer sinkt.
In den alpinen Regionen verursacht die Spitzenstromgewinnung, dass es unterhalb von Stauseen unnatürlich hohe Schwankungen in der Wasserführung gibt. Die Lebewelt der Gewässer wird dadurch massiv beeinträchtigt.
In wenigen intensiv genutzten und gleichzeitig niederschlagsarmen Regionen gelangen Nährstoffe durch Abschwemmungen von den Böden in die Flüsse bzw. Seen.
Belastungen des Grundwassers treten an einzelnen Stellen zum Beispiel bei Deponien oder großflächig durch das Einsickern von Stickstoff und Pflanzenschutzmitteln aus der Landbewirtschaftung auf.
Antworten in %: 0% = Nein / nicht wichtig, 100% = Ja / sehr wichtig
Ergebnisse der Befragung: 66%
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Ausgehend von den oben genannten Belastungen gibt es drei zentrale Herausforderungen,
wo die Schwerpunkte für die Sanierung der Gewässer gesetzt werden sollen:
1. Verbesserung der Gewässerstrukturen an Fließgewässern
2. Schutz der Flüsse und Seen vor Nährstoffeintrag durch Abschwemmung aus den Böden
3. Schutz des Grundwassers als Trinkwasservorrat
Antworten in %: 0% = Nein / nicht wichtig, 100% = Ja / sehr wichtig
Ergebnisse der Befragung: 69%
Mehr Informationen finden Sie hier
Mehr als die Hälfte der österreichischen Fließgewässer weisen aufgrund ungenügender ökologischer Strukturen keinen guten Zustand auf.
Tausende sind durch Querbauwerke wie Wehranlagen unterbrochen und damit nicht fischpassierbar; oder sie haben nicht genügend vielfältige Gewässerstrukturen.
Für bauliche Maßnahmen entstehen Kosten für Bund, Länder und Gemeinden sowie für KraftwerksbetreiberInnen.
Antworten in %: 0% = Nein / nicht wichtig, 100% = Ja / sehr wichtig
Ergebnisse der Befragung: 97%
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81 % der untersuchten Flüsse und 100 % der Seen sind hinsichtlich der stofflichen Belastung im guten Zustand!
In einigen wenigen Fällen müssen Kläranlagen technisch angepasst werden. Die Landwirtschaft muss durch geeignete umweltgerechte Bewirtschaftung in Gewässernähe Nährstoffeinträge in die Gewässer vermeiden.
Antworten in %: 0% = Nein / nicht wichtig, 100% = Ja / sehr wichtig
Ergebnisse der Befragung: 93%
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1. Die österreichischen Gewässer sollen wieder für Fische passierbar werden: bei Wasserkraftanlagen müssen Fischaufstiegshilfen gebaut werden, Absturzbauwerke müssen in Rampen umgebaut werden.
2. Gewässer sollen mehr Strukturen wie Ufergehölze, verschiedene Wassertiefen und abwechslungsreiche Uferlinien erhalten und mit ihren Seitenbächen verbunden werden.
3. Gewässer sollen eine ausreichende Wassermenge führen. Unterhalb von Wasserkraftwerken, wo Wasser ausgeleitet wird, soll die ökologisch erforderliche Wassermenge im Fluss bleiben.
4. Oberflächen- und Grundwässer sollen vor Nährstoffeintrag intensiver geschützt werden. Wichtig dafür sind vor allem achtsame Düngemaßnahmen der Ackerböden und Wiesen.
Antworten in %: 0% = Nein / nicht wichtig, 100% = Ja / sehr wichtig
Ergebnisse der Befragung: 71%
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1. Aufgrund der hohen Zahl von Sanierungsfällen unserer Gewässer werden die Maßnahmen schrittweise gesetzt. Begonnen wird bei den Gewässern, die ökologisch bedeutend und sehr sensibel sind, und wo besonders gefährdete Fischarten wie Nase, Barbe und Huchen betroffen sind.
2. Sanierungen werden an den Unterläufen der Fließgewässer begonnen, wo Verbesserungen besonders hohe ökologische Wirkungen erwarten lassen. Diese Landschaften sind einem hohen Nutzungsdruck ausgesetzt.
Antworten in %: 0% = Nein / nicht wichtig, 100% = Ja / sehr wichtig
Ergebnisse der Befragung: 66%
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