Oberer Stinkersee
DI(FH) Thomas Sonnleitner | 03. Jul 2009 | 21:01
Das Foto zeigt eine Sandbank mit Säbelschnäblern inmitten des oberen Stinkersees im Seewinkel. Die Erhaltung der Seewinkellacken als sehr seltenen Salzlebensraum hat besondere Aufmerksamkeit zu gelten, da dieser Bereich ein Hotspot der Artenvielfalt darstellt. Der hier gezeigte Lebensraum ist auch der Lebensraum eines sehr speziellen und seltenen Vogels - dem Flußregenpfeifer. Der Flußregenpfeifer kommt auch heute noch sehr selten an Flüssen mit größerflächigeren Sand-Kies-Schotterbänken vor und kann als Indikatorart angesehen werden, der sehr gut den morphologischen Zustand eines Flußes mit potentiellem natürlichen Määndrieren und Ausbilden von großen Schotterbänken anzeigt. Wenn es nach der Umsetzung der WRRL in Österreich wieder viel mehr Flußregenpfeifer gibt, dann darf wohl der Rückschluß gelten: Die Wasserwirtschaftsbehörden haben die Umsetzung von morphologischen Maßnahmen ernst genommen und gut gemacht ! Der Flußregenpfeifer solle hierzu zusammen mit dem Eisvogel als Gradmesser herhalten ! Desweiteren möchte ich darauf verweisen, daß laut WRRL Anhang VI Teil A die Vogelschutzrichtlinie und die Habitatrichtlinie als Grundlage zur Erstellung der Maßnahmenprogramme berücksichtigt werden muß, mit anderen Worten, die Maßnahmen müseen (auch) derart festegelegt werden, daß die geschützten Arten der beiden FFH-RL und VS-RL welche an Gewässer gebunden sind einen Vorteil erfahren. Das heißt somit nicht nur auf die Tiergruppe Fische sondern auch zumindestens auf die Tiergruppen Amphibien und Vögel Rücksicht zu nehmen !