Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen
Wo stehen wir heute?
Der Klimawandel betrifft uns alle.
Bereits heute ist es in Österreich deutlich wärmer als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die durchschnittliche Lufttemperatur liegt hierzulande rund 3,1 Grad Celsius höher als um 1900, die Niederschlagsmengen sind gestiegen, gleichzeitig hat aber auch die Verdunstung zugenommen. Extremwetterereignisse, wie Starkregen, treten heute häufiger auf als noch in den 1980er Jahren.
Diese Erwärmung bringt unseren Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht: Wärmere Luft speichert mehr Feuchtigkeit und
führt zu extremeren Niederschlägen, während sie gleichzeitig Böden und Vegetation schneller austrocknet.
Die Auswirkungen betreffen ganz Österreich.
Warum ist das relevant?
Der Klimawandel hat spürbare Auswirkungen – seien es regionale oder lokale Überschwemmungen, sinkende Grundwasser- und Seespiegel oder wenig bis kein Schnee. Intensive Regenfälle können Kanäle, Bäche und Flüsse überlasten – mit Kellerüberflutungen, Hangrutschungen oder gesperrten Straßen als Folge. Längere Trockenperioden wiederum führen zu sinkenden Wasserständen, erschweren die Bewässerung in der Landwirtschaft und können die Trinkwasserversorgung regional unter Druck setzen.
Neben erheblichen Folgen für die Umwelt, die Tierwelt und die Vegetation, betrifft das auch Wirtschaft, Tourismus und Arbeitsplätze – und damit das gesellschaftliche Gefüge.
Was tun wir?
Die österreichweite Studie „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ (Start: Oktober 2024) liefert erstmals detaillierte Prognosen bis 2100.
Sie zeigt nicht nur, was auf uns zukommt, sondern ermöglicht auf wissenschaftlicher Basis den Gemeinden, der Landwirtschaft sowie der Wasserwirtschaft konkrete Handlungsschritte für die Zukunft zu erarbeiten.
Warum ist das wichtig?
Mehr Extreme
Hitze, Starkregen, Überschwemmungen und längere Trockenperioden.
Veränderter Wasserkreislauf
Weniger Schnee im Winter, verschobene Schneeschmelze, sinkende Grundwasserspiegel.
Sichere Versorgung
Trinkwasser und Ökosysteme müssen auch unter neuen klimatischen Bedingungen geschützt bleiben.
Je besser wir die Veränderungen verstehen, desto gezielter können wir handeln. Denn unser Ziel ist es, Österreichs Wasserressourcen langfristig zu sichern und den Herausforderungen des Klimawandels mit klarem Blick und soliden Daten zu begegnen.
Wer forscht und wie?
Die Studie im Auftrag von Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und den Bundesländern wird durchgeführt von führenden österreichischen Forschungsinstitutionen.
In enger Zusammenarbeit von TU Wien, GeoSphere Austria, Universität Graz und BOKU Wien entsteht bis Ende 2026 „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“.
Der Forschungsansatz
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Niederschlag & Extreme: Wie verändern sich Regen und Schnee saisonal – und was bedeutet das für Hoch- und Niederwasser?
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Grundwasser: Wie reagieren die Grundwasserspiegel in Tälern und Gebirgen auf den Klimawandel?
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Thermik & Morphologie: Wie stark steigen Wassertemperaturen, wie nimmt die Verdunstung zu, und wie verschiebt sich der Sedimenttransport?
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Gesamtsicht: Wie greifen die Elemente des Wasserkreislaufs zusammen, wenn Daten verknüpft ausgewertet werden?
Die Studie knüpft an frühere Arbeiten von 2011 und 2017 an – und bringt das Wissen auf den neuesten Stand. Sie untersucht wie sich Wasser in Österreich unter dem Klimawandel verändert. Und blickt dabei in die Vergangenheit und in die Zukunft. Dabei werden nicht nur Statistiken aufgestellt und analysiert sondern ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt. Zum Beispiel können so Niederschlagsmengen getrennt nach Jahreszeiten analysiert werden, um Unterschiede zwischen Sommer und Winter zu erkennen. Flussstände bei Niedrig- und Hochwasser werden direkt mit Regen- oder Schneemengen verglichen. Zusätzlich betrachtet die Studie den Grundwasserspiegel, den Sedimenttransport, die Wassertemperatur sowie die Verdunstung, die schon bisher deutlich zugenommen hat.
Die Daten sollen zeigen, wie verschiedene Elemente des Wasserkreislaufs zusammenspielen und vom Klimawandel beeinflusst werden. Aufbauend auf diesen Messdaten werden dann Zukunftsszenarien bis 2100 berechnet.
Österreichweit arbeiten Forschende mit einer großen Datenbasis an Messungen: Unter anderem bilden rund 1.500 Niederschlagsstationen und etwa 10.000 Grundwassermessstellen das Messnetz. So liefert die Studie verständliche, belastbare Aussagen für Wasserwirtschaft, Hoch- und Niedrigwasserschutz sowie für den Schutz von Ökosystemen.
Der Endbericht liegt im März 2027 vor.






Erste Ergebnisse: Ein Blick bis zur Mitte des Jahrhunderts
Die Studie liefert bereits jetzt vorläufige Erkenntnisse zu den erwarteten Veränderungen bis Mitte des Jahrhunderts. Ein erster zentraler Befund: Die saisonale Verschiebung des Niederschlags wird deutlich stärker ausfallen, als bisher angenommen.
Trockenere Sommer, feuchtere Winter
Bis Mitte des Jahrhunderts nimmt der Sommer-Niederschlag im Vergleich zu früheren Szenarien-Berechnungen im Mittel um fünf bis 15 Prozent ab. Gleichzeitig verschiebt sich der Niederschlag in die kältere Jahreszeit: Für Herbst, Winter und Frühjahr ist von einem Plus zwischen fünf und zehn Prozent auszugehen. Im Jahresmittel bleibt die Niederschlagsmenge dadurch weitgehend gleich – dennoch „verlieren“ wir durch den anhaltenden Temperaturanstieg mehr Wasser, etwa durch verstärkte Verdunstung.
Intensivere Niederschläge – aber nicht mehr Wasser
Die Wahrscheinlichkeit für sehr intensive Regenfälle in kurzer Zeit steigt – etwa bei Sommergewitterlagen. Auch wenn dabei über die Saison nicht mehr Wasser zusammenkommt, verschärft die höhere Intensität bestimmte Risiken: schnellerer Abfluss, weniger Versickerung und damit ein höheres Risiko für lokale Überflutungen. Großräumige Hochwasser-Ereignisse, die auf Großwetterlagen wie Adria-Tiefs zurückgehen, sind davon zu unterscheiden.
Für diese Art von Hochwasser ist ein direkter Zusammenhang mit dem Klimawandel derzeit nicht belegt. Anders verhält es sich bei lokalen Überschwemmungen durch kurzfristige Starkregen-Ereignisse – hier zeigen die Szenarien ein erhöhtes Risiko.
Was bedeutet das konkret?
- Wassermanagement: In vulnerablen Gebieten wie dem Osten Österreichs wird die Wasserversorgung herausfordernder. Hier treffen geringere Sommerniederschläge auf ohnehin niedrigere Grundwasserstände.
- Landwirtschaft: Trockenere Sommer erhöhen den Bewässerungsbedarf – gleichzeitig steht in der warmen Jahreszeit weniger Wasser zur Verfügung.
- Trinkwasser: Die Grundwasserneubildung im Winter und Frühjahr bleibt im Mittel positiv, doch regionale Unterschiede werden größer.
- Natur: Mehr Winterregen im Flachland, mehr Schnee in höheren Lagen, aber tendenziell kürzere Schneedecken verändern Lebensräume und Ökosysteme.
Anpassung ist möglich – das Beispiel Kamptal
Dass gezielte Maßnahmen wirken, zeigt zum Beispiel das Kamptal: Nach dem Hochwasser 2002 wurden dort umfassende Klimawandelanpassungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Solche regionalen Lösungsansätze können als Vorbild dienen – auch für die Herausforderungen, die uns in den nächsten Jahrzehnten erwarten.
Wie sind diese Ergebnisse einzuordnen?
Die aktuellen Szenarien bestätigen den Erwärmungstrend früherer Berechnungen, etwa der Österreichischen Klimaszenarien aus dem Jahr 2015. Der Temperaturanstieg wird weitergehen – auch auf dem aktuellen Pfad der Gegenmaßnahmen. Klimaszenarien bilden Mittelwerte ab. Einzelne Ereignisse – ein besonders feuchter Sommer oder trockene Winter – widerlegen die langfristigen Trends nicht. Die finalen Ergebnisse der Studie werden im Laufe des Jahres veröffentlicht und ein noch detaillierteres Bild liefern.
Vorsorge wird wichtiger: Schnee und Gletscher bis 2050 stark rückläufig
Die Studie liefert bereits jetzt (Stand März 2026) vorläufige Erkenntnisse dazu, wie sich Schnee und Gletscher in Österreich bis zur Mitte des Jahrhunderts verändern werden. Ein zentrales Ergebnis: Der Rückgang fällt deutlich aus – mit spürbaren Folgen für den Wasserhaushalt, vor allem in alpinen Regionen.
Deutlich weniger Gletschermasse bis zur Mitte des Jahrhunderts
Bis zum Jahr 2050 werden in Österreich voraussichtlich 70 bis 80 Prozent der Gletschermasse verloren gehen – im Vergleich zum Jahr 2024. Wie rasch dieser Rückgang weiter voranschreitet, hängt vom globalen Erwärmungspfad ab. Klar ist aber schon heute: Aufhalten lässt sich das Abschmelzen nach heutigem Kenntnisstand nicht mehr, nur sein Tempo kann beeinflusst werden.
Auffällig ist zudem, dass sich dieser Prozess in den vergangenen Jahren beschleunigt hat. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass der Rückgang teilweise schneller verläuft, als frühere Modellierungen erwarten ließen.
Weniger Schnee, kürzere Schneedeckendauer
Auch beim Schnee zeigt sich ein klarer Trend: Im Mittel verkürzt sich die Schneedeckendauer in Österreich um etwa einen Tag pro Jahr. Gleichzeitig nimmt die mittlere Schneehöhe um rund einen Zentimeter pro Jahr ab.
Bereits in den vergangenen Jahrzehnten ist die Schneedeckendauer in tiefen Lagen deutlich zurückgegangen. Diese Entwicklung wird sich mit weiter steigenden Temperaturen fortsetzen.
Diese Entwicklung wird sich bei steigenden Temperaturen auch künftig weiter fortsetzen. Das zeigt ein Schneemodell, das im Rahmen der Studie entwickelt wurde. Es berechnet die Veränderung der Schneehöhe je nach Entwicklung der Temperaturen und des Niederschlags.
Daraus lässt sich ableiten, dass die mittlere Schneehöhe bis zur Jahrhundertmitte:
- in niederen Lagen (0-500 Meter) um etwa die Hälfte im Vergleich zu heute abnimmt
- Für mittlere Lagen zwischen 500 und 1.000 Metern verringert sie sich um rund 35 Prozent.
Diese Berechnungen bis 2050 basieren auf dem wahrscheinlichen Temperaturanstieg von 1 Grad. Bis zum Jahr 2100 wiederum wird in den ungünstigsten Szenarien mit einem Anstieg von 3 Grad gerechnet. Dann wird Schnee in niederen Lagen eine Ausnahme sein; in mittleren Lagen nimmt die Schneedecke um 60 bis 75 Prozent im Vergleich zu heute ab.
Was bedeutet das konkret?
- Wasserhaushalt: Dort, wo Gletscher in Trockenzeiten bisher Abflüsse gestützt haben, fällt dieser Puffer zunehmend weg. Dort kann Wasser im Sommer knapper werden.
- Land- und Wasserwirtschaft: Wenn in der warmen Jahreszeit weniger Wasser verfügbar ist, steigen die Anforderungen an Planung, Nutzung und Verteilung der Ressource Wasser.
- Ökologie: Veränderte Abflussmuster, frühere Schneeschmelze und längere schneefreie Zeiten beeinflussen alpine und hochalpine Lebensräume.
- Infrastruktur im Hochgebirge: Regionen und Anlagen, die bisher stark auf Gletscherwasser angewiesen waren, müssen sich auf veränderte Bedingungen einstellen.
Wenn natürliche Speicher wie Schnee und Eis an Bedeutung verlieren, gewinnen Anpassungsmaßnahmen an Bedeutung. Dazu zählen etwa besser vernetzte Versorgungssysteme, eine angepasste Steuerung von Stauseen oder die Identifikation alternativer Wasserquellen für hochalpine Infrastruktur.
Die Ergebnisse zeigen damit nicht nur, wie sich Österreichs Wasserhaushalt verändert. Sie schaffen auch eine wichtige Grundlage, um rechtzeitig vorzusorgen und regionale Engpässe abzufedern.
Verdunstung auf Rekordniveau: Österreichs Wasserhaushalt verändert sich messbar
Mit Juni 2026 liefert die Studie neue Zwischenergebnisse, wie der Klimawandel den österreichischen Wasserhaushalt verändert. Im Mittelpunkt stehen drei eng verbundene Entwicklungen: eine deutlich gestiegene Verdunstung, sinkende Grundwasserstände und niedrigere Abflüsse in den Flüssen.
Verdunstung auf hohem Niveau
Die Verdunstung ist in Österreich zwischen 1980 und 2010 markant angestiegen und liegt seither auf einem sehr hohen Niveau. Die Messdaten zeigen für diesen Zeitraum eine Zunahme von rund 80 Millimeter pro Jahr – das sind 80 Liter Wasser pro Quadratmeter, die zusätzlich in die Atmosphäre entweichen, und entspricht einem Plus von rund 17 Prozent..
Auch nach 2010 steigt die Verdunstung weiter, allerdings deutlich langsamer – im Zeitraum 2010 bis 2025 um rund drei bis fünf Prozent. Dass die Zunahme schwächer ausfällt, ist aber keine Entwarnung: Ein wesentlicher Grund ist, dass die Böden zunehmend trockener sind und dadurch weniger Wasser für die Verdunstung zur Verfügung steht.
Markanter Rückgang des Grundwassers
Auch beim Grundwasser zeigen die Messdaten deutliche Veränderungen. Die Messdaten belegen in den vergangenen zehn Jahren eine starke Abnahme der Grundwasserstände. Im Mittel sanken diese um 30 bis 50 cm. Regional variieren die Veränderungen der Grundwasserstände – auf das gesamte Bundesgebiet umgelegt bedeutet dies jedoch eine markante Trendänderung im österreichischen Wasserhaushalt.
Betroffen ist grundsätzlich ganz Österreich mit regionalen Unterschieden. Auch die Flüsse passen ins Bild: In den vergangenen fünf bis zehn Jahren sind die Niederwasserabflüsse im Mittel ebenfalls deutlich zurückgegangen. Ursache sind die erhöhte Verdunstung und die geringeren Sommerniederschläge.
Wie verändert das unseren Alltag und Leben in Österreich langfristig?
Die Veränderungen sind in der Landwirtschaft bereits spürbar. Derzeit werden in Österreich nur wenige Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen bewässert – dieser Anteil könnte künftig steigen. Langfristig geht es dabei aber nicht nur um mehr Bewässerung, sondern ebenso um wasserschonende Bewirtschaftung und um Kulturen und Sorten, die weniger Wasser brauchen und besser mit Trockenheit zurechtkommen. Über die Landwirtschaft hinaus gewinnen Vorsorge, die enge Zusammenarbeit mit den Bundesländern und die langfristige Absicherung der Wasserversorgung an Bedeutung – von Investitionen in die Trinkwasser-Infrastruktur bis hin zur betrieblichen und überbetrieblichen Bewässerung.
Starkregen und Hochwasser verändern sich
Starkregenereignisse werden intensiver, und damit steigt die Wahrscheinlichkeit lokaler Hochwasser und Überflutungen. Die aktuellen Ergebnisse aus September 2026 zeigen, welche Regenfälle sich am stärksten verändern, warum lokale Überflutungen an Bedeutung gewinnen und welche Maßnahmen zur Vorsorge beitragen können.
Lokale Starkregenereignisse werden intensiver
Lokale Starkregenereignisse sind in den vergangenen 30 Jahren deutlich intensiver geworden. Innerhalb kurzer Zeit fällt heute im Mittel rund 15 Prozent mehr Regen.
Dabei zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Niederschlagsdauer und Regenmenge: Je kürzer der Starkregen dauert, desto stärker ist die beobachtete Zunahme der Regenmenge.
- Bei einstündigen Starkregenereignissen liegt die Zunahme bei rund 20 Prozent, bei kürzeren Ereignissen noch höher.
- Gleichzeitig hat die Dauer von Niederschlagsereignissen in den vergangenen 30 Jahren um 10 bis 15 Prozent abgenommen.
Bestätigt werden diese Ergebnisse durch zwei unabhängige Messsysteme, bestehend aus mehr als 200 hoch aufgelöst aufzeichnenden Messstellen.
Unterschied zu großräumigen Niederschlägen
Bei länger anhaltenden, großräumigen Niederschlägen werden diese Entwicklungen nicht in diesem Ausmaß beobachtet. Ihre Intensität hat im selben Zeitraum mit sieben Prozent nur leicht zugenommen. Der Unterschied zu kurzzeitigen Starkregen erklärt sich dadurch, dass unterschiedliche meteorologische Mechanismen zugrunde liegen.
Was das für Hochwasser und Überflutungen bedeutet
Mit der Zunahme der Intensität lokaler Starkregenereignisse steigt auch die Wahrscheinlichkeit lokaler Hochwasserereignisse und Überflutungen. Die aktuellen Ergebnisse der Studie (Stand September 2026) zeigen, dass die stärkste Zunahme an kleinen und mittleren Gewässern zu erwarten ist, nicht bei den großen Flusshochwassern.
Gleichzeitig gewinnen lokale Überflutungen durch Starkregen an Bedeutung, die auch abseits von Bächen und Flüssen auftreten können, wenn Wasser über die Oberfläche abfließt. Sie können sowohl in Siedlungen als auch auf unverbauten Flächen auftreten.
- Kurze Gewitter können kleine Gebiete massiv treffen; größere Flüsse reagieren auf kurze Gewitter jedoch kaum.
- Die Hochwasserereignisse treten heute messbar schneller auf als früher; dadurch bleibt weniger Zeit zu reagieren.
Regionale Unterschiede und die Rolle des Bodens
Bei länger anhaltenden, großräumigen Niederschlägen gibt es regionale Unterschiede: Nördlich des Alpenhauptkamms ist mit einer stärkeren Zunahme der Niederschlagsintensität zu rechnen als im Süden Österreichs, während sich dieser Unterschied bei lokalen Starkregenereignissen kaum zeigt – sie werden in ganz Österreich in ähnlichem Ausmaß intensiver. Bei großräumigen Hochwassern ist die künftige Entwicklung zudem unsicherer als bei lokalen Ereignissen, weil nicht nur der Niederschlag bestimmt, wie viel Wasser in die Flüsse gelangt, sondern auch die Verdunstung und insbesondere die Frage, wie viel Wasser der Boden bei einem Ereignis noch aufnehmen kann. Trockene Böden können grundsätzlich mehr Wasser aufnehmen und insbesondere großräumige Hochwasser dämpfen; bei sehr intensivem lokalem Starkregen fällt jedoch häufig mehr Regen, als im Boden versickern kann, sodass ein großer Teil des Wassers direkt an der Oberfläche abfließt.
Hochwasserrisiken managen: Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen
Die Minderung von Hochwasserrisiken bei steigender Gefährdung erfordert eine Kombination verschiedener Maßnahmen: baulichen und naturbasierten Hochwasserschutz, vorausschauende Raumplanung und Bauordnung, Frühwarnung sowie Vorkehrungen und Anpassungen an der eigenen Liegenschaft.
- Dämme und Rückhaltebecken bleiben zentrale Elemente des Wasserbaus – unter der Prämisse: Rückhalt, wo möglich, Schutz, wo nötig.
- Frühwarnungen und Katastrophenschutzpläne ermöglichen zusätzlich ein rechtzeitiges Handeln bei drohendem Hochwasser.
- Grüne Infrastruktur leistet einen wichtigen Beitrag: naturbasierte Lösungen, die Wasser in der Fläche zurückhalten oder versickern lassen, etwa die Renaturierung von Auen und Feuchtgebieten sowie – im Siedlungsraum – Gründächer, Versickerungsmulden und entsiegelte Flächen. Sie leisten ihren Beitrag vorwiegend bei kleineren und häufigeren Ereignissen.
Eigenvorsorge gewinnt an Bedeutung
Das Forschungsteam der Studie geht davon aus, dass sich dieser Trend bei weiter steigenden Temperaturen fortsetzt. Weil lokale Starkregenereignisse auch abseits von Gewässern zu Überflutungen führen, können klassische Hochwasserschutzanlagen wie Dämme davor nicht schützen. Deshalb gewinnt die Vorsorge am eigenen Gebäude oder der eigenen Liegenschaft an Bedeutung. Wie man mögliche Schäden vom Eigenheim abwenden kann, zeigt der Leitfaden zur Eigenvorsorge bei Oberflächenabfluss.
Informationen für uns alle
Die Studie bietet neue Daten zu Hochwasser, Trockenheit und Wasserverfügbarkeit. Darauf können Politik, Gemeinden und Landwirtschaft aufbauen. Gleichzeitig stellt sie verständlich aufbereitete Informationen für alle bereit – damit Österreich die richtigen Schritte rechtzeitig setzen kann, um unser wertvollstes Gut zu wahren. Von nachhaltiger Speicherung und Nutzung bis hin zur resilienten Wasserwirtschaft.
Downloads & Presse

Aktuelle Pressemitteilungen zur Studie
14. September 2026: Totschnig: Starkregenereignisse werden intensiver – Hochwasservorsorge gezielt weiterentwickeln
09. Juni 2026: Totschnig: Klimawandelbedingt steigt Verdunstung und verändert Österreichs Wasserhaushalt
18. März 2026: Vorsorge wird wichtiger: Schneedecken in Österreich laut neuer Studie stark rückläufig
29. Jänner 2026: Österreichs Niederschlag verschiebt sich in das Winterhalbjahr
13. November 2025: Totschnig: Größte Studie zu Auswirkungen des Klimawandels auf Österreichs Wasser gestartet
Wer steht hinter der Studie?
