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Projekt „LIFE-Lech“: Arten- und Hochwasserschutz vereint

Der Naturpark Tiroler Lech ist geprägt durch seine einzigartige Wildflusslandschaft, weitläufige Schotterbänke und ausgedehnte Auwälder. Eben dieser Landschaftstyp zählt zu den seltensten Ökosystemen Mitteleuropas. Der Lech als letzter naturnaher Wildfluss im nördlichen Alpenraum stellt somit eine Heimat für seltene Tier- und Pflanzenarten dar. Die naturbelassensten Abschnitte findet man innerhalb des Tiroler Flusslaufes mit ca. 60 Kilometer Länge. Doch auch hier wurden während des 20. Jahrhunderts Verbauungen errichtet, um den Flusslauf unter Kontrolle zu bekommen.

Nicht nur Steinmauern und Längsverbauungen, auch Geschiebesperren an den Seitenbächen sowie Schotterentnahmen beeinflussen seither die natürliche Dynamik des Flusses. Die Eingriffe blieben nicht ohne Folgen: eine Eintiefung der Flusssohle und damit eine Absenkung des Grundwasserspiegels waren die Folge. Auch die pflanzlichen und tierischen Spezialisten der Wildflusslandschaft und die angrenzenden Lebensräume, die auf regelmäßige Überflutungen angewiesen sind, waren und sind auch heute noch davon betroffen.

Diese Abschnitte sowie ein Standort auf deutscher Seite sind Bühne des derzeitigen LIFE-Projektes „Dynamic River System Lech“. Ziel des Projektes ist, das ursprüngliche Landschaftsbild des Tiroler Lechs wiederherzustellen. Insgesamt werden 11 verschiedene Flussbaumaßnahmen umgesetzt, die alle der Redynamisierung des Flusslaufes dienen. Gezielte Artenschutzmaßnahmen sollen außerdem zur Förderung gefährdeter Tiere und Pflanzen beitragen.

Den Auftakt für die Baumaßnahmen machte die Flussaufweitung bei Elmen im Mai 2017, deren Bauarbeiten in der Zwischenzeit beendet wurden. Mit Ende April 2019 werden sieben Baumaßnahmen abgeschlossen, während sich weitere vier noch in Bau befinden.

Erfolge sieht man unter anderem an der Staatsgrenze. Zuvor zeigte sich der vormals eingetiefte Lech mit zugewachsenen und verfestigten Kiesbänken und selten überschwemmten Auwäldern. Durch eine ins Flussbett reichende Steinmauer (Sporn) ist der Lech gezwungen, die Uferzone am gegenüberliegenden Ufer aufzubrechen und umzulagern. Dadurch werden ein insgesamt breiteres Flussbett und eine Ausdehnung der Kiesbänke erreicht.

Veränderungen zeigen sich auch nach den Bauarbeiten bei Ehenbichl. Am rechten Ufer wurde die bestehende Längsverbauung abgetragen und der Uferbegleitweg versetzt. Damit kann der Lech breitere Kiesbänke gestalten. Neu errichtete Dämme, die quer in den Fluss ragen, sorgen nun für erhöhte Strukturvielfalt.

Von dem positiven Resultat des LIFE-Lech-Projektes können Mensch und Natur gleichermaßen profitieren: Die „Gewässerperle Lech“ wird für zukünftige Generationen erhalten. Einerseits können sich die Menschen am Lech über einen verbesserten Hochwasserschutz freuen und andererseits gewinnen die tierischen und pflanzlichen Wildflussspezialisten, wie beispielsweise die Deutsche Tamariske oder der Flussregenpfeifer neue Lebensräume.

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