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JDS4 – was ist das?

JDS ist die Abkürzung für Joint Danube Survey, also die gemeinsame Daten-Erhebung zur Donau, durchgeführt von allen Donauländern. Es ist die weltweit umfangreichste Untersuchung eines großen Flusses und seiner Zubringer und findet alle sechs Jahre statt. Diesen Sommer startet die bereits vierte Auflage. Vom 8. bis 14. Juli 2019 werden die Proben in Österreich genommen.

Eine gemeinsame Erhebung – wozu?

Der Hauptzweck des Joint Danube Survey ist es, entlang der gesamten Donau und ihrer wichtigsten Nebenflüsse Daten zu ausgesuchten ökologischen und chemischen Parametern zu erfassen. Der Wert der Flussuntersuchung liegt in der hohen Datenqualität und der Vergleichbarkeit der Ergebnisse für die Donau von der Quelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Von den insgesamt 51 Messstellen des JDS4 liegen fünf in Österreich: Jochenstein, Enghagen, Oberloiben, Klosterneuburg und Hainburg. Ziel ist es, die strengen Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zur Erreichung des guten Zustandes in allen Gewässern zu erfüllen.

Fokus Mikroplastik und invasive Arten

Neben den klassischen Parametern, wie die biologische und chemische Gewässerstruktur, gibt es 2019 einen zusätzlichen Fokus auf topaktuellen Themen. Die Untersuchung invasiver Arten gibt Auskunft über die Auswirkungen von fremden Pflanzen und Tierarten, die in die Donau einwandern bzw. verschleppt werden. Ein weiterer Fokus ist Mikroplastik: Studienergebnisse an europäischen Flüssen haben ergeben, dass Mikroplastik in allen Flüssen und Seen vorhanden ist. Nachdem diese Daten für die Donau bisher nicht erhoben wurden, soll der JDS4 eine erste Datengrundlage zu Plastikpartikeln in der Donau und ihren Zuflüssen liefern. Dabei werden eigens entwickelte Sammelgeräte die Menge an Plastikpartikeln erheben, die im fließenden Wasser der Donau transportiert werden.

Gute Wasserqualität der Donau

Der letzte JDS aus dem Jahr 2013 zeigte für Österreich eine durchwegs gute Wasserqualität der Donau auf. Außerdem bestätigte er die außergewöhnlich hohe Biodiversität der Donau mit über 67 Fischarten. Die Erkenntnisse des JDS4 werden eine wichtige Entscheidungsgrundlage für eventuell nötige weitere Maßnahmen entlang der Donau darstellen.

Sauberes Wasser bedeutet nicht, dass es keine Inhaltsstoffe aufweist. Das gilt auch für die Donau. Unser Lebensstil und die Wirtschaftsweisen spiegeln sich in unseren Gewässern wider. Aufgrund neuer Analyseverfahren sind heutzutage eine Vielzahl an Stoffgruppen nachweisbar. Wichtig ist die Unterscheidung in unbedenkliche und bedenkliche Substanzen.  Deshalb ist die laufende Kontrolle der Qualität der Donau bedeutsam. 

Ergebnisse bis Mitte 2020

Organisiert wird der JDS seit 2001 alle 6 Jahre von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) mit renommierten Wissenschaftsteams. 13 Staaten des Donaueinzugsgebietes von Deutschland bis zur Ukraine wirken an der Umsetzung mit. In Österreich wird der JDS4 durch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus durchgeführt, das sowohl für die wissenschaftliche also auch die kommunikative Ausrichtung wichtige Impulse gesetzt hat. Neben Deutschland und der Europäischen Kommission hat sich Österreich auch maßgeblich an der Finanzierung dieses wichtigen Projekts beteiligt. Die Ergebnisse des JDS4 werden Mitte 2020 vorliegen.

Probenahme in der Donau

(c) BMNT/Susanne Brandstetter

Material zur Probenahme

(c) BMNT/Susanne Brandstetter

 Probenahme in der Donau 2

(c) BMNT/Susanne Brandstetter