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„Mur-Drau-Donau-Park“ wird erstes 5-Länder-Großschutzgebiet

Die Länder Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien haben gemeinsam einen Biosphärenpark-Antrag an die UNESCO in Paris gestellt. Bei dem Flussschutzprojekt sollen 930.000 Hektar Fluss-Auenlandschaft entlang der Flüsse Mur und Drau, die sich durch die Länder Österreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn bis hinunter nach Serbien, wo die Drau in die Donau mündet, schlängeln, erstmals über einen riesigen, grenzüberschreitenden 5-Länder-Biosphärenpark verbunden werden

Weltweit erstes 5-Länder-Großschutzgebiet

Das Projekt ist nicht nur wegen seiner Landschaft einzigartig, sondern auch deshalb, da sich bisher noch nie fünf Länder zu einem so internationalen Schutzgebiet zusammengeschlossen haben, bisher waren es maximal drei. Entlang von Mur und Drau bestehen bereits rund 13 nationale Schutzgebiete in den fünf Ländern – nun werden sie miteinander verbunden und bekommen durch die UNESCO-Auszeichnung eine eigene neue, hochwertige Identität. Unter österreichischer Führung des Landwirtschaftsministeriums, mit Unterstützung des UNESCO-MAB-Komitees, des Landes Steiermark und des WWF Österreich ist es nach 10 Jahren Vorbereitungszeit gelungen, die Weichen für eine gemeinsame UNESCO-Antragstellung zu stellen.

Österreichischer Anteil

Der österreichische Anteil ist der junge Steirische „Biosphärenpark Unteres Murtal“ zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg.

In dieser Region haben die zuständigen Abteilungen des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung sowie das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus in den letzten Jahren mehrere Millionen Euro zur Sicherung des Hochwasserschutzes und der Auenökologie investiert und damit gute Startvoraussetzungen für die 5-Länder-Unterschutzstellung geschaffen.

Biologische Vielfalt, besonders in der Vogelwelt

Die verstärkte Sicherung und Pflege dieses grenzüberschreitenden Lebensraumes von rund einer Million Hektar Fläche - davon sind 1.000 km2 Flusslandschaft mit ihren Überschwemmungsgebieten – kommt auch der biologischen Vielfalt der Tierwelt, insbesondere der Vogelwelt, zugute, womit der Lebensraum für Eisvogel, Flussuferläufer, Uferseeschwalbe, Schwarzstorch und Seeadler deutlich aufgewertet wird. Die Gesamtfläche des Biosphärenparks ist in etwas zweieinhalb Mal so groß wie das Burgenland.

Biosphärenparks global

Global existieren derzeit über 701 Biosphärenparks in 124 Staaten, 21 davon sind grenzüberschreitend. Sie dienen nicht nur dem Schutz und der Pflege bestimmter Ökosysteme, sondern auch der ökologischen Forschung, der umweltgerechten Landnutzung und der Bildung im Bereich nachhaltiger Entwicklung. Anders als Nationalparks schützen Biosphärenparks nicht nur unberührte Natur, sondern auch vom Menschen bewohnte und oft über Jahrhunderte gestaltete Kulturlandschaften.

Weitere Informationen: https://www.bmlrt.gv.at/wasser/wasser-eu-international/life-natur/biosphaerenpark_an_unesco.html

Fotocredit: Goran Safarek