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Trocken und heiß! Ein schöner Sommer, oder?

Klarer Himmel und strahlender Sonnenschein, bestes Badewetter. Das wünschen sich die meisten für ihren Sommerurlaub. Für die Wasserbilanz wirkt sich das perfekte Badewetter durch vermehrte Verdunstung und verstärkte Wasserentnahmen eher negativ aus. Grundsätzlich ist das im wasserreichen Österreich kein Problem, wenn die Speicher und Grundwasserreserven nach den Wintermonaten ausreichend gefüllt sind.

Trockenheit und sinkende Wasserstände

Heuer war bereits das Frühjahr von einer ausgeprägten Trockenperiode geprägt.  Niederschlagsdefizit oder Trockenheit sind erste Anzeichen, wie es um die Wasserstände von Gewässern steht.

Der Grundwasserspiegel und Trockenheit für die Landwirtschaft

Auch das wurde heuer schon beobachtet. Die Grundwasserspiegel von Salzburg ostwärts und im Süden sanken im Frühjahr 2020, wie üblicherweise erst im Sommer. Als dritte Stufe machte sich die Bodentrockenheit als sogenannte landwirtschaftliche Trockenheit bemerkbar, was am folgenden Foto aus dem niederösterreichischen Waldviertel erkennbar ist. Der relativ feuchte Mai war wichtig für die Landwirtschaft und erholsam für die Vegetation, konnte jedoch die fehlenden Grundwasserreserven nicht auffüllen.

Häufigere und trockenere Dürreperioden in Österreich

Es ist unbestritten, dass sich die Lufttemperatur im Zuge der Klimakrise erhöht hat, dieser Zusammenhang war bis lang bei der Veränderung der Niederschläge nicht so eindeutig nachweisbar. Längere Dürreperioden, die einige Jahre anhalten können, kommen im Alpenraum mit einem Abstand von einigen Jahrzehnten immer wieder vor, wie in den 1860- und in den 1940er-Jahren. Auffällig ist jedoch die Häufung von längeren Trockenperioden in den letzten Jahren. Meldungen von Auswirkungen der Trockenheit, wie Waldbrände, Ernteausfälle und Trinkwassernotversorgungen sind vermehrt zu beobachten - auch in früher nicht betroffenen Regionen Österreichs.    

Die Grundwasserreserven in Österreich und ihre Nutzung

In der Studie „Wasserschatz Österreichs“ erhebt das BMLRT derzeit für ganz Österreich die aktuelle Situation der Grundwasserverfügbarkeit. Im Fokus der Analyse steht die nachhaltige Nutzung der Grundwasserreserven unter Berücksichtigung der Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels. Das Wetter ist nicht beeinflussbar, aber es lassen sich Anpassungen an den Klimawandel setzen. Dazu liefert die Studie Wasserschatz Österreichs einen wichtigen Beitrag.