Flüsse halten sich nicht an Staatsgrenzen. Da Gewässer meist durch mehrere Länder fließen, ist ihr Schutz eine Gemeinschaftsaufgabe. Österreich arbeitet deshalb eng mit seinen Nachbarstaaten zusammen, um die Wasserqualität zu sichern und den Hochwasserschutz zu koordinieren.

 

Große Flussgebiete: Donau, Rhein und Elbe

Für die großen europäischen Flussgebiete gibt es multilaterale Organisationen, in denen mehrere Staaten gemeinsam Entscheidungen treffen. Die Leitung der österreichischen Delegationen liegt dabei meist beim zuständigen Bundesministerium für Wasserwirtschaft.

  • Donau: Österreich ist aktives Mitglied der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD/ICPDR) mit Sitz in Wien. Hier arbeiten 14 Staaten zusammen. Österreich leitet dabei wichtige Arbeitsgruppen in den Bereichen Hochwasserschutz, Gewässerüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit.

  • Rhein und Elbe: Da diese Flüsse Österreich nur am Rande betreffen, nimmt unser Land hier eine beobachtende Rolle in den jeweiligen Schutzkommissionen ein (Sitz in Koblenz bzw. Magdeburg).

Sonderfall Bodensee

Der Bodensee verbindet Österreich, Deutschland und die Schweiz. Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) sorgt dafür, dass der See als wertvoller Trinkwasserspeicher und Lebensraum sauber bleibt. Für die Fischerei gibt es zudem eine eigene Bevollmächtigtenkonferenz, die grenzübergreifende Regeln für die Fischer am See festlegt.

 

Bilaterale Zusammenarbeit: Partnerschaft mit den Nachbarn

Neben den großen Organisationen hat Österreich mit jedem seiner Nachbarstaaten bilaterale (zweiseitige) Abkommen. Diese Zusammenarbeit hat eine lange Tradition: Früher standen Flößerei und die Gewinnung von Agrarflächen im Fokus, heute geht es vor allem um Gewässergüte und modernen Hochwasserschutz.

In gemeinsamen Grenzgewässerkommissionen werden Projekte abgestimmt, damit Eingriffe auf einer Seite der Grenze keine negativen Folgen für das Nachbarland haben. Solche Kommissionen bestehen mit:

  • Tschechien, Ungarn, Slowenien, Deutschland und der Slowakei.

Besonders am Alpenrhein arbeiten Österreich und die Schweiz in der Internationalen Rheinregulierung eng zusammen, um die Sicherheit vor Hochwasser für das gesamte Rheintal zu gewährleisten.

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