Wasser gehört zu den wertvollsten Gütern unserer Erde und ist eine unverzichtbare Ressource für die Landwirtschaft, den Tourismus, die Energiewirtschaft und zahlreiche Freizeitaktivitäten. Die EU-Wasserrahmenrichtlinien fordern die Einhaltung chemischer und ökologischer Standards, um unsere Gewässer als ökologisch funktionsfähige Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Auch für zukünftige Generationen soll ausreichend Wasser verfügbar und der Schutz vor Gefahren gewährleistet sein. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen machen sich in vielen Bereichen bemerkbar.

3. Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan

Der Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) ist das zentrale Planungsinstrument zum Schutz, zur Verbesserung und zur nachhaltigen Nutzung der Gewässer in Österreich und wird alle sechs Jahre erstellt. Im NGP wird der Zustand der Gewässer – beim Grundwasser sowohl der chemische als auch der mengenmäßige – dargelegt, die erforderlichen Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt sowie Instrumente zum vorausschauenden Grundwasserschutz verankert. Der vierte NGP ist aktuell in Vorbereitung, die Ausrichtung auf ein nachhaltiges Wassermengenmanagement ist einer der Schwerpunkte für die kommende Planungsperiode. Der Entwurf des NGP 2027 wird im Dezember 2026 veröffentlicht und wird anschließend einer 6-monatigen Öffentlichkeitsbeteiligung unterzogen.

Im ersten Planungszyklus (2009–2015) wurde deutlich, dass die Informationen über Gefährdungen durch Hochwasser erweitert werden mussten. Das wurde im zweiten Zyklus (2016–2021) durch gezielte Abflussuntersuchungen und eine umfassende Gefahrenplanung abgedeckt. Der dritte Zyklus (2022–2028) konzentriert sich auf die Erstellung neuer Grundlagen, die als Vorbereitung für eine Risikobewertung dienen. Die bundesweite Anwendbarkeit und Aussagekraft der Datengrundlage soll verbessert werden.

Gefährdungsdaten können helfen, die Anzahl der Betroffenen schützenswerte Güter zu ermitteln und bewerten. Dabei werden nicht nur die Risiken durch Hochwasser, sondern auch Prozesse wie der Oberflächenabfluss berücksichtigt. In diesem Zusammenhang wurde eine Gefahrenhinweiskarte erstellt, die potenzielle Überflutungsflächen, Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten darstellt – und zwar auf Basis eines 100-jährlichen, kleinräumigen Niederschlagsereignisses.

In Zusammenarbeit mit Expert:innen wurden aus den gesammelten Informationen und Daten Risikogebiete definiert. Ab 2024 werden insgesamt 388 Risikogebiete festgelegt, die die Grundlage für die Erstellung von Hochwassergefahrenkarten, Hochwasserrisikokarten und den Hochwasserrisikomanagementplan bilden.

Durch nachhaltige Managementmaßnahmen soll das Hochwasserrisiko insbesondere in diesen Gebieten reduziert werden. Die Ergebnisse der Hochwasserrisikobewertung sowie die Gefahrenhinweiskarte für den Oberflächenabfluss finden Sie hier: Wasser Karten Hochwasser-Risiko

Wichtige Wasserbewirtschaftungsfragen

Mit der Veröffentlichung der Wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen beginnt die inhaltliche Vorbereitung für den 4. Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (2027–2033). Die Wasserbewirtschaftungsfragen identifizieren jene zentralen Themen, die für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Flüssen, Seen und Grundwasser in Österreich in den kommenden Jahren besonders relevant sind.

Foto: Gisela Ofenböck

Österreich verfügt über reiche Wasserressourcen, steht jedoch zunehmend vor neuen Herausforderungen. Der Klimawandel wirkt sich spürbar auf Wasserverfügbarkeit und Gewässerqualität aus. Längere Trockenperioden, steigende Wassertemperaturen sowie veränderte Abflussregime erfordern eine Weiterentwicklung der Bewirtschaftungsstrategien.

 

Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
  • die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung – auch in Trockenperioden,

  • die weitere Reduktion von Schadstoffeinträgen,

  • der Erhalt und die Verbesserung der ökologischen Funktionsfähigkeit von Gewässern sowie

  • eine klimaangepasste und nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen.

Grundlage des gesamten Prozesses ist die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die für alle Gewässer verbindliche chemische und ökologische Qualitätsziele vorgibt. Die bisherigen Erfolge, etwa in der Abwasserreinigung, beim Hochwasserschutz oder bei der Verbesserung von Gewässerlebensräumen, bilden eine wichtige Basis. Gleichzeitig besteht weiterhin Handlungsbedarf, um bestehende Belastungen zu reduzieren und auf neue klimatische Rahmenbedingungen zu reagieren.

Öffentliche Beteiligung

Mit den Wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen startete das öffentliche Beteiligungsverfahren. Bürgerinnen und Bürger, Länder, Gemeinden, Betriebe, Fachinstitutionen und Interessenvertretungen waren eingeladen, sich aktiv einzubringen.

Wir danken für die eingegangenen Stellungnahmen, die bei der Erstellung des NGP Entwurfs berücksichtigt werden.

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