Österreich und Slowenien bekräftigen ihre enge Zusammenarbeit zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Grenzmur. Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Ministerdeklaration „goMURra“ setzen beide Länder ein starkes Zeichen für gelebte Nachbarschaft, intakte Natur und nachhaltige Gewässerentwicklung.
Das Maßnahmenkonzept goMURra wurde im Rahmen des EU-Programms INTERREG entwickelt und verbindet ökologische Flussentwicklung, Hochwasserschutz und nachhaltige Wasserversorgung über Ländergrenzen hinweg. Dabei sind Renaturierungsmaßnahmen auf einem Großteil der über 30 Kilometern langen Grenzmur geplant, um den Grundwasserhaushalt zu stabilisieren und wertvolle Lebensräume für Fische, Vögel und Pflanzen zu schaffen.
goMURra baut auf erfolgreichen Initiativen wie dem UNESCO-Biosphärenpark Mur Drau Donau und dem EU-LIFE-Projekt „Restore4MDD“ auf. Dieses LIFE-Projekt mit einem Gesamtvolumen von über 20 Millionen Euro, davon 67 Prozent EU-Kofinanzierung, umfasst 29 Revitalisierungsstandorte entlang der drei Flüsse Mur, Drau und Donau. Auf rund 54 Kilometern werden Flussläufe verbreitert, Sedimente mobilisiert und Lebensräume wiederhergestellt. Auf österreichischer Seite werden drei Seitenarme der Mur wieder angebunden. Auch aus Sicht der Naturschutzorganisation WWF Österreich ist die Deklaration ein „wichtiges Signal“ für die weitere Renaturierung der Grenzmur und den gemeinsamen Fünf-Länder-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau. „Intakte Flüsse und Auwälder sichern die Artenvielfalt, kühlen ihre Umgebung und fungieren als wertvolle Wasserspeicher. Damit können wir auch die langfristige Krisensicherheit in der Region erhöhen“, sagt WWF-Österreich-Geschäftsführerin Andrea Johanides.
Ein Beitrag zum Schutz Europas größter Flusslandschaften
Die Grenzmur ist Teil des weltweit ersten UNESCO-Fünf-Länder-Biosphärenparks Mur Drau Donau – dem größten zusammenhängenden Flussschutzgebiet Mitteleuropas. Auf einer Fläche von rund 930.000 Hektar und über 700 Kilometern Fließstrecke arbeiten Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien gemeinsam daran, Europas „Amazonas“ zu erhalten. Das Gebiet gilt als bedeutender Lebensraum für seltene Arten und spielt eine Schlüsselrolle für Hochwasserschutz, Grundwasserneubildung und Klimaanpassung.
Die Unterzeichnung in Bad Radkersburg steht symbolisch für das gemeinsame Engagement beider Länder, Verantwortung für eine intakte Natur zu übernehmen. Zum Abschluss setzten Wasserminister Totschnig und sein slowenischer Amtskollege Jože Novak gemeinsam junge Störe in die Mur aus – ein sichtbares Zeichen für das Leben, das durch Renaturierung und internationale Zusammenarbeit zurückkehrt.
Fotos: © Gerhard Schleich