Die Äsche (Thymallus thymallus) zählt zu den charakteristischen Fischarten naturnaher Fließgewässer. Ihre Bestände sind in den vergangenen Jahrzehnten durch Gewässerverbauungen, Wasserkraftnutzung und steigende Wassertemperaturen stark zurückgegangen.

Am Mittleren Kamp zwischen Wegscheid und Rosenburg arbeitet die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) gemeinsam mit dem Verein Fliegenfischen am Kamp daran, die Äsche wieder anzusiedeln. Da die Fischart aufgrund von Barrieren im Flusssystem nicht selbst in diesen Flussabschnitt zurückkehren kann, werden Eier und Jungfische gezielt ausgesetzt.

Naturnahe Aufzucht für den Artenschutz

Die Eier stammen von Muttertieren aus dem Oberlauf des Kamp und werden in einem Brutcontainer in Steinegg am Kamp unter naturnahen Bedingungen mit Flusswasser aufgezogen. Anschließend werden die Fische als Eier in künstlichen Nestern oder als Jungfische im Gewässer ausgesetzt.

Das Projekt dient nicht nur der Wiederansiedlung der Äsche. Die Forschenden untersuchen auch verschiedene Aufzucht- und Besatzmethoden, um Erkenntnisse für den Schutz weiterer heimischer Fischarten zu gewinnen.

Erste Erfolge sichtbar

Beim dritten Äschentag am 12. Juni 2026 präsentierte das Forschungsteam die bisherigen Fortschritte. Besucher:innen erhielten Einblicke in die Forschungsarbeit und konnten den Brutcontainer besichtigen. Besonders erfreulich: Erste Fangmeldungen deuten darauf hin, dass sich die ausgewilderten Äschen bereits im Mittleren Kamp etablieren.

Neben der Forschung spielt auch die Bewusstseinsbildung eine wichtige Rolle. Schüler:innen lernen beim Äschentag die Lebenswelt des Kamp kennen und erfahren, warum naturnahe Flüsse für die Artenvielfalt unverzichtbar sind.

 

Reels zum Projekt:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

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